.
      Unterscheidung bakterielle Infektion versus Virusinfektion

Unterschiedliche Wirkweisen: Bakteriostase oder Bakterizidie


Vorstellung der verschiedenen Antibiotikaklassen und deren Wirkspektrum
 
      .  
    Bakterielle Infektion versus Virusinfektion - wo liegen die Unterschiede?

 
      Der große Unterschied zwischen einer bakteriellen und einer viralen Infektion liegt darin, dass bei einer bakteriellen Infektion die Möglichkeit besteht, durch Medikamente (Antibiotika) den Gesundungsprozess einzuleiten bzw. zu fördern.

Bei Infektionen, die durch Viren bedingt sind, besteht nur in wenigen Fällen die Chance dazu. Das liegt daran, dass Viren im Gegensatz zu Bakterien oder anderen Zellen nur aus Erbgut (DNA) bestehen. Sie können sich nicht selbst fortpflanzen, d.h. ihnen fehlt die Möglichkeit zur Proteinsythese (Proteinaufbau, um neue Zellen zu bilden). Um sich zu vermehren, schleusen Viren ihr Erbgut in eine Wirtszelle (in unserem Fall eine menschliche Zelle) ein und veranlassen diese, neue Viren zu erzeugen, da menschliche Zellen die Fähigkeit zur Proteinsynthese besitzen. Wären Viren in der Lage, sich wie die Bakterien durch die Proteinsynthese selbständig fortzupflanzen, hätte man hier - wie bei einer bakteriellen Infektion mittels Antibiotika - die Möglichkeit, diesen Eiweißaufbau zu unterbinden und damit die Vermehrung zu stoppen.


zum Seitenanfang
         
    .  
    Unterschiedliche Wirkweisen: Bakteriostase oder Bakterizidie

 
      Generell haben Antibiotika auf Bakterien zwei grundsätzlich unterschiedliche Wirkungen. Eine Wirkung besteht in der Hemmung des Wachstums bzw. der Vermehrung von Bakterien (Bakteriostase), die andere tötet die Bakterien ab (Bakterizidie).

Viele Antibiotika haben beide Wirkqualitäten in unterschiedlicher Ausprägung.
Eine erste Einteilung anhand dieser Wirkungen ergibt vier Substanzgruppen.
  1. Antibiotika, die immer bakteriostatisch wirken (z.B. Sulfonamide)
  2. Antibiotika, die überwiegend bakteriostatisch wirken (z.B. Tetrazykline)
  3. Antibiotika, die immer bakterizid wirken (z.B. Aminoglykoside)
  4. Antibiotika, die nur während der Vermehrungsphase der Bakterien bakterizid wirken (z.B. Penicilline)
zum Seitenanfang

    .  
    Vorstellung der verschiedenen Antibiotikaklassen und deren Wirkspektrum

 
     
Oral-Penicilline   Anwendung bei: leichten bis mittelschweren Infektionen, z.B. Mandelentzündung (Tonsillitis), Scharlach, Infektionen der oberen und unteren Atemwege (Bronchitis), Hals-Nasen-Ohren-Infektionen (Mittelohrentzündung) oder akuter Blasenentzündung (Zystitis).

Oral-Cephalosporine   Sie zählen zu den wirksamsten Antibiotika. Einsatz z.B. bei Atemwegsinfektionen, Infektionen des Hals-Nasen-Ohrenbereiches, der Haut und Weichteile sowie bei akuten Harnwegsinfekten.

Makrolide und Clindamycin   Wichtigste Einzelsubstanzen: Erythromycin, Clarithromycin, Roxithromycin, Azithromycin und Clindamycin. Verordnung bei Infektionen der Atemwege, des Hals-Nasen-Ohrenbereiches, der Haut und Weichteile sowie bei Urogenitalinfektionen.

Tetracycline   Einsatz bei: Infektionen von Atemwegen, Hals, Nase und Ohren oder der ableitenden Harnwege, sowie bei bestimmten Formen der Akne.

Fluorchinolone   Breites Anwendungsspektrum: Infektionen im Kopfbereich, der Atemwege, Infektionen von Haut und Weichteilen sowie des Harntraktes.

Sulfonamide/Trimethoprim   Infektionen der Atemwege, des HNO-Bereichs und unkomplizierte Harnwegsinfektionen



Kinder und Antibiotika
Es gibt bereits einige Antibiotika, die schon ab dem 3. Lebensmonat eingesetzt werden können. Ausführliche Informationen sollten jedoch beim Arzt eingeholt oder dem Beipackzettel des jeweiligen Antibiotikums entnommen werden.


zum Seitenanfang