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      Irrglauben rund um die Antibiotika
  
Antibiotika schädigen das Immunsystem
 
 
Ein Antibiotikum kann einfach abgesetzt bzw. seine Einnahme problemlos unterbrochen werden
 

Angebrochene Antibiotikapackungen ruhig aufheben und bei "Bedarf" verwenden

  
Bei kleineren Gebrechen muss man doch kein Antibiotikum nehmen

  
Wenn es mir wieder gut geht, kann ich die Therapie ja abbrechen
  
 
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    Irrglauben rund um die Antibiotika

 
      Die eine oder andere Meinung zu Antibiotika hält sich fast so hartnäckig in den Köpfen der Bevölkerung, wie die Resistenz mancher Erreger.
Um diesen Zustand zu verbessern, haben wir Ihnen hier einige Beispiele verschiedener Irrglauben aufgeführt.
Diese Beispiele sind mit Sicherheit nur ein Auszug. Bei weiteren Fragen hilft Ihnen auch bestimmt gerne Ihr Hausarzt und Apotheker.
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    "Antibiotika schädigen das Immunsystem"

 
      Auch wenn es dem einen oder anderen besonders tapfer erscheint, dem Organismus die Erledigung von Krankheitserregern selbst zu überlassen - das klappt nicht immer!

Stress, eine vorübergehende Abwehrschwäche oder eine große Anzahl von Bakterien können jeweils der Grund dafür sein, dass der Körper mit der Infektion nicht zurechtkommt.

Bereits die bakteriostatische Wirkung von einigen Antibiotika trägt dazu bei, dass die Keimzahl im Organismus abnimmt und die Abwehrzellen besser in der Lage sind, einen Infekt selbst zu bekämpfen. Auch mit Antibiotika hat das Immunsystem eine klare Aufgabe: Zellmüll abgetöteter Bakterien zu beseitigen.


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    "Ein Antibiotikum kann einfach abgesetzt bzw. seine Einnahme problemlos unterbrochen werden."

 
      Wer meint, er könnte ohne die Zustimmung seines Hausarztes die Einnahme des verschriebenen Antibiotikums aus freien Stücken absetzen, sobald er sich wieder besser fühlt, der ist absolut auf dem Holzweg.

Die Wirkung eines Antibiotikums beruht oft auf der Hemmung des Bakterienwachstums und damit auf der Reduktion der Keimzahl. Das Unterbrechen oder Absetzen des verabreichten Antibiotikums könnte dazu führen, dass die übriggebliebenen Erreger sich wieder von neuem Vermehren können und die Infektion erneut, meistens sogar schlimmer, ausbricht. Der Volksmund spricht in solchen Fällen von einem "Rückfall".
Außerdem besteht die Gefahr, dass nach einer "Therapiepause" die übriggebliebenen Keime Strategien zum Überleben entwickelt haben. Durch diese "Resistenzen" wird das Antibiotikum wirkungslos.


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    "Muss ja nicht verschwendet werden: Angebrochene Antibiotika
-Packungen ruhig aufheben und bei "Bedarf" verwenden."

 
      Schon manch einer dachte so. Jedoch weisen angebrochene Antibiotika-Packungen schon auf den ersten Fehler hin: nämlich auf eine nicht ausreichend lange durchgeführte Therapie. Selten bleiben in einer Packung ausreichend Tabletten für eine neue Therapie übrig.

Antibiotika sind keine Medikamente, die wie eine Kopfschmerztablette bei Bedarf eingenommen werden sollten. Nur der Arzt kann beurteilen, ob ihre Einnahme überhaupt nötig ist, welches Antibiotikum geeignet ist und vor allem, wie lange es eingenommen werden muss. Deshalb: Angebrochene Packungen am besten in die nächste Apotheke zum Entsorgen bringen und bei Beschwerden den Arzt konsultieren.


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    "Bei kleineren Gebrechen muss man doch kein Antibiotikum nehmen!"

 
      Gerade Halsschmerzen, Blasenentzündungen oder ein Husten, der länger bleibt als gewöhnlich, werden oft nicht ernst genommen. Sie werden der Kategorie "kleines Zipperlein, dass irgendwann schon wieder von selber verschwindet" zugeordnet. Dabei können Halsschmerzen in Wirklichkeit eine Angina sein, die je nach Erreger ernsthafte Folgen wie z.B. eine Herzklappenschädigung mit sich bringen kann.

Deshalb sollte sich jeder Folgendes merken: Sind sogenannte "banale Infekte" fiebrig und einfach nicht wegzubekommen oder Husten- und Schnupfensekrete gelb-grünlich gefärbt, könnte die Einnahme von Antibiotika notwendig sein, um eine Infektion in den Griff zu bekommen.


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    "Wenn es mir wieder gut geht, kann ich die Therapie ja abbrechen."

 
      Eine solche Haltung ist nicht nur unüberlegt, sondern auch enorm gefährlich. Bei manchen Infektionen wie zum Beispiel einer Blasenentzündung wirken Antibiotika sensationell gut und schnell. Keine Beschwerden mehr, also auch keine Medikamente? Denkste!
Beschwerdefreiheit bedeutet leider nicht, dass die Krankheitserreger in jedem Fall schon besiegt sind. Die letzten übriggebliebenen Bakterien können sich wieder vermehren und es kann zu einer erneuten Infektion kommen, gegen die nur die Einnahme eines stärker wirksamen Antibiotikums hilft.
Deshalb: Um auch die letzten übriggebliebenen Keime außer Gefecht zu setzen, muss die Antibiotikatherapie auf jeden Fall vorschriftsmäßig zu Ende gebracht werden.


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